Hardwaretipps | David Wolski | 6/2021 | 24. September 2021

WLAN: 5 GHz oder 2,4 GHzvorgeben

Gezielt ein Frequenzband im nm-connection-editor für ein WLAN vorgeben: Mit „Band-Steering“ und zwei Frequenzbändern auf einer SSID kommen nicht alle Netzwerkchips gut klar.

Viele Access Points und Router funken auf den Frequenzspektren um 2,4 GHz und 5 GHz gleichzeitig, die besseren Modelle sogar mit zwei separaten Funkmodulen. Wenn für beide Frequenzbereiche des WLANs dieselbe SSID (Netzwerkname) angegeben ist, dann bleibt es den
Clients überlassen, sich über die eine oder andere Frequenz zu verbinden. Die Wahl des optimalen Frequenzbandes oder auch ein automatischer Wechsel ohne Verbindungsabbruch, genannt „Band-Steering“, klappt aber nicht immer. Einige WLAN-Chips können dann keine dauerhaft stabile Verbindung halten oder verbinden sich zum meist langsameren, aber stabileren 2,4-GHz-WLAN.

Es ist generell für ältere Geräte im WLAN nicht die beste Konfiguration, dieselbe SSID für beide Frequenzbänder zu vergeben. Wir stellten fest, dass etliche günstige Android-Tablets damit nicht gut klarkommen und oft die Verbindung verlieren. Nun hat man nicht immer die Kontrolle und Administration über den Access Point oder Router. Auf einem Linux-Notebook, das offenbar aufgrund der Hardwarevoraussetzungen ebenfalls Probleme in Dual-Funknetzwerken bekommt, lässt sich aber im Network-Manager nachhelfen, der sich bei Linux-Desktops um die Netzwerkverbindungen kümmert: Es ist möglich, ein Frequenzband vorzugeben.

Wie viele Optionen und Parameter des Network-Managers die unterschiedlichen Desktop­umgebungen von Linux-Systemen in ihrer grafischen Oberfläche abbilden, bleibt immer den Entwicklern überlassen. So gibt es durchaus Unterschiede. Während Cinnamon in Linux Mint 20.x in den Netzwerkeinstellungen bei WLANs unter „Funknetzwerk –› Band“ eine Auswahl von verfügbaren Frequenzen zeigt, ist dies bei Gnome, KDE Plasma, XFCE und anderen nicht der Fall.

Dies ist aber kein Hindernis, denn die Parameter für Netzwerkverbindungen lassen sich auch direkt im separaten Konfigurationsprogramm des Network-Managers vorgeben. Dazu gibt man in einem Terminal dieses Kommando

nm-connection-editor

ein, wobei das Programm in Fedora und Arch Linux sowie Manjaro zuvor über das gleichnamige Paket installiert werden muss. In Debian/Ubuntu ist es im bereits vorinstallierten Network-Manager enthalten. Das Konfigurationsprogramm zeigt alle Netzwerkverbindungen sowie unter „Funknetzwerk“ die bekannten SSIDs an. Nach dem Markieren einer SSID und einem Klick auf das Einstellungssymbol öffnet sich ein detaillierter Dialog, in welchem das Feld „Band“ die Auswahl eines Frequenzbereichs erlaubt.