Hardwaretipps | Tipps & Tricks | David Wolski | 6/2025 | 26. September 2025

Unter Spannung: Metallische Laptopgehäuse

Über den Berührstrom am Gehäuse des Microsoft Surface 8 gib es viele Beschwerden. Microsoft veröffentlichte eine Unbedenklichkeitserklärung (https://m6u.de/strom).

Viele Hersteller wie Dell und Tuxedo vermitteln mit metallisch beschichteten Laptopgehäusen eine höhere Wertigkeit. Diese schwach leitfähigen Beschichtungen haben aber einen Nebeneffekt: Beim Darüberstreichen mit der Hand entsteht ein diffuses Gefühl von Vibration oder von leichter elektrostatischer Aufladung am Gehäuse.

Nachdem viele Anwender über das Phänomen in Supportforen berichteten, gibt es einige offizielle Stellungnahmen und Entwarnungen (https://m6u.de/strom). Das Gefühl der Vibration entsteht beim Laden des Geräts durch einen Berührstrom, welcher nicht durch eine defekte Isolation, sondern durch Induktion oder Spannungsverschleppung entsteht. Der Effekt tritt sowohl bei schutzisolierten Geräten auf als auch bei Laptops mit einfachen Ladegeräten ohne Schutzleiter. Solange die Berührungsspannung die zulässigen Grenzwerte nicht überschreitet, ist der Berührstrom ungefährlich, aber unangenehm. Gemäß der Norm DIN VDE 0701-0702 darf der Berührstrom maximal 0,5 mA nicht überschreiten. In der Praxis legen die Messwerte oft weit darunter und sind harmlos, wobei empfindlichen Personen schon 0,06 mA als Kribbeln spüren können.

Tipp: Falls der Berührstrom durch Induktion am Schaltnetzteil des Laptops entsteht, so hilft es oft, den Stecker um 180 Grad gedreht in die Steckdose zu stecken. Denn Neutralleiter und Außenleiter sind dann getauscht und bauartbedingt sind induzierte oder verschleppte Spannungen durch Kondensatorschaltungen in Netzteilen dann messbar geringer.