Ein kleines Manko der Raspberry-Platinen ist die fehlende Echtzeituhr (Real Time Clock, RTC). Dahinter steht die ökonomische Entscheidung, auf nicht zwingend notwendige Bauelemente zu verzichten.
Für verschlüsselte Netzwerkverbindungen ist eine korrekte Systemzeit essenziell. So ist es beispielsweise nicht möglich, sich mit Windows-Freigaben, einem Samba-Server oder Active-Directory-Servern zu verbinden, wenn die Systemzeit um fünf Minuten abweicht. Im Betrieb holt sich Raspberry-Pi-OS deshalb die Zeit über eine aktive Netzwerkverbindung aus dem Internet.
Dafür sorgt der Dienst timedatectl, und in einer geöffneten Shell zeigt das Kommando
timedatectl status
weitere Details an: Die Ausgabe zeigt die aktivierte Zeitzone an und informiert, ob die Synchronisation geklappt hat („System clock synchronized: yes“). Die Zeile „NTP service“ zeigt, ob die Zeitabfrage mittels des Protokolls NTP aktiv ist. Damit dieser Dienst seine Arbeit tut, ist eine Internetverbindung vonnöten.
Gibt es diese nicht, so muss man sich je nach Gegebenheit mit anderen Möglichkeiten behelfen: Gibt es im LAN einen anderen Linux-Rechner mit Echtzeituhr und einem SSH-Server, so kann das Kommando
sudo date --set="$(ssh [user]@[server] date)"
die Zeit per SSH synchronisieren. Die Angaben „[user]“ und „[server]“ sind hier Platzhalter für den tatsächlichen Benutzernamen und die Serveradresse im LAN. Gibt es auch diese Möglichkeit nicht, so ist naheliegend, den Raspberry Pi per GPIO-Header um eine winzige Zusatzplatine mit RTC und Knopfzelle zu ergänzen. Je nach Ausführung belaufen sich die Kosten für eine batteriegepufferte RTC auf 7 bis 14 Euro (https://amzn.to/3Bc7F4m).

