Terminal | Tipps & Tricks | Hermann Apfelböck | 1/2026 | 28. November 2025

Programmnamen ermitteln

Wer auf grafischen Linux-Systemen eine Software deinstallieren will, steht eventuell vor dem Problem, dass der tatsächliche Name des Pakets nicht trivial zu ermitteln ist. Ein typisches, aber längst nicht das einzige Beispiel ist etwa der „System Profiler and Benchmark“, dessen eigentlicher Name „hardinfo“ lautet. 

Programmnamen ermitteln: Nicht überall helfen grafische Werkzeuge wie hier das Menü von Linux Mint. Die Grep-Suche in den Programmverknüpfungen (*.desktop) funktioniert immer.

Mit viel Glück repräsentiert die grafische Softwarezentrale das gesuchte Programm unter seinem „Pretty Name“ – also in unserem Beispiel als „System Profiler and Benchmark“ – und kann das Programm dann selbst deinstallieren. Das ist aber, sofern eine solche Zentrale überhaupt vorliegt, unwahrscheinlich, wahrscheinlicher ist dort die Anzeige „hardinfo“, nach der Sie aber schlecht suchen können, wenn Sie den Namen nicht kennen.

Ebenfalls die Ausnahme bleiben Desktopmenüs wie jenes von Cinnamon, das nach Rechtsklick auf einen Eintrag das „Deinstallieren“ direkt anbietet und außerdem über „Eigenschaften“ den Paketnamen („Befehl“) anzeigt. 

Und noch eine Option: Der Terminalbefehl xprop und Klick auf das grafische Programmfenster liefert als „WM_CLASS (String)“ den Paketnamen. Aber auch diese Methode ist nicht mehr zuverlässig, nachdem viele Distributionen inzwischen mit Wayland laufen (xprop funktioniert nur unter X11).

Systematischer und immer zielführend ist ein einfacher Terminalbefehl, der sämtliche Programmverknüpfungen durchsucht. Wenn Sie in unserem Beispiel wissen, dass der Namensbestandteil „Profiler“ enthalten sein muss, dann suchen Sie wie folgt: 

grep -r "Profiler" /usr/share/applications/*.desktop

Sie werden als Ergebnis die
Datei „hardinfo.desktop“ erhalten, was im Prinzip schon genügt. Genaueres wie Pfadangabe, Programmicon oder Beschreibung kann dann noch der Blick in diese Datei ergänzen.