Konsolentipps | David Wolski | 6/2024 | 27. September 2024

Platzmangel: Logdateien leeren

Linux-Systeme reagieren empfindlich, wenn die Systempartition voll ist. In diesem Fall ist schnelles Aufräumen angesagt, etwa unter den Logdateien.

Es kommt in den besten Pinguin-Familien vor: Ein Linux-Server liegt darnieder, weil Logdateien die Systempartition vollgeschrieben haben. In diesem Fall sind eiligst manuelle Aufräumarbeiten gefragt. Ein Befehl leert rigoros alle Logdateien im Verzeichnis
„/var/log“.

Bevor Datenträger komplett volllaufen, zeigt der Gnome-Desktop nach der Anmeldung den Warnhinweis „Wenig Speicherplatz verfügbar“. Das Pop-up bietet auch gleich an, die Belegung mit dem Programm Baobab zu analysieren, das die Verzeichnisse im Dateisystem nach Größe auflistet. Die schlimmsten Platzfresser sind so schnell gefunden.

Ist es bereits zu spät und die Systempartition ist vollgelaufen, werden Serverprozesse ihre Dienste einstellen, mit einem Verweis in Journald auf zu wenig Speicherplatz. Schließlich wird auch Journald nicht mehr funktionieren. Ab diesem Zeitpunkt funktioniert dann auch eine Anmeldung am Desktop nicht mehr, denn die Anmeldung lädt nicht mehr. Was aber meist noch funktioniert: Der Log-in im Textmodus an einer virtuellen Konsole, die in Ubuntu beispielsweise die Tastenkombination Alt-F3 aufruft. Und auf Servern klappt auch noch, wenn auch mit Verzögerungen, die Anmeldung per SSH. Danach kann es ans Aufräumen gehen.

Logdateien: Um alle Dateien mit der Endung „.log“ im Verzeichnis „/var/log“ auf eine Größe von null Byte zu reduzieren, dient folgendes Kommando:

sudo find /var/log -type f -iname '*.log' -print0 | xargs -0 truncate -s0

Dieser Weg ist besser, als Logdateien einfach zu löschen. Denn es gibt Serverprozesse, die ihre Logs nicht selbständig neu anlegen können.

Journald: Die Systemdienste in aktuellen Linux-Distributionen nutzen Journald als binäres Aufzeichnungsformat. Hier laufen über die gesamte Lebenszeit eines Linux-Systems erhebliche Datenmengen auf. Mit

sudo journalctl --disk-usage

ermitteln Sie, wie viel Megabyte oder gar Gigabyte diese Journald-Logs fordern. Zum Aufräumen löscht der Befehl

sudo journalctl --vacuum-size=100M

alte Logdaten und behält nur die neuesten 100 Megabyte.