Hardwaretipps | David Wolski | 5/2024 | 26. Juli 2024

Pipewire: Webcam wiederbeleben

Ursprünglich wurde Pipewire nicht als Soundserver und als effizienterer Ersatz für Pulseaudio entwickelt, sondern als Schnittstelle für Videostreams. Diese Aufgabe hat Pipewire auf aktuellen Linux-Distributionen wie Ubuntu 24.04 inzwischen auch übernommen und kümmert sich hier um die Verarbeitung der Bilddaten der Webcam. Dabei treten aber je nach Hardware und Linux-Distribution immer noch mal Probleme auf.

Das zerrt am Nervenkostüm: Eine Videokonferenz soll gleich beginnen, aber das Bild der Webcam bleibt schwarz. Nach einem Neustart des Linux-Systems klappt die Ansteuerung der Webcam per Pipewire dann meist wieder, was aber enorm lästig ist und wertvolle Zeit kostet. Der Neustart wäre auch nicht nötig, denn in Ubuntu 24.04 und Fedora 40 hat sich bei Webcams ohne Bild der Neustart des Pipewire-Dienstes bewährt.

Im Terminal ist dazu nur die Eingabedes Kommandos

systemctl --user restart pipewire

nötig. Es handelt sich um einen Benutzerprozess, vorangestelltes „sudo“ entfällt hier also.

Test für Webcams: Videokonferenzen finden heute über das RTC-Protokoll mit dem Web­browser statt. Ein Funktionstest ist so aber nicht immer leicht zu machen. Stressfreier ist ein Funktionstest für die Kamera mit dem Programm Cheese unter Gnome beziehungsweise Kamoso in KDE. Auf anderen Desktops ist auch Webcamoid nützlich (https://webcamoid.github.io).

Diese Software unterstützt Pipewire seit ihrer Version 9.0 von 2022 und findet sich inzwischen in den Standard-Paketquellen aller aktuellen Linux-Distributionen. Webcamoid ist in Debian/Ubuntu und Linux Mint mit

sudo apt install webcamoid

einfach installiert. Nach dem Start des Programms erlaubt das Einstellungsmenü links mit dem Punkt die Auswahl der Webcam, falls mehrere verfügbar sind.