Aufgrund der hochfrequenten Signalübertragung mit bis zu 12 GHz bei HDMI 2.1 sind unzureichend abgeschirmte HDMI-Kabel eine Quelle für elektromagnetische Interferenz. Die Auswirkung auf andere Signale können bei Netzwerk- und Bluetooth-Verbindungen zu Paketverlusten oder Verbindungsausfällen führen. Eine Messung ist mit Linux leicht erledigt: Ein Indikator für die Verbindungsqualität sind die Ping-Antwortzeiten, welche zum Beispiel die Eingabe
ping fritz.box
ermittelt. Erhöhen sich die hinter „time=“ angezeigten Werte beim Anschluss eines HDMI-Kabels zum eingeschalteten Bildschirm, dann ist das Kabel oder der HDMI-Port als Verursacher ausgemacht. In vielen Fällen hilft es, ein besser abgeschirmtes HDMI-Kabel zu verwenden. Auch hilfreich sind Ferritkerne (circa 2 bis 10 Euro) an den Enden des HDMI-Kabels, weil diese als Entstörfilter bei Frequenzen bis 2 GHz effektiv sind, also im Frequenzspektrum des Ethernet-Signals. Schwieriger ist es, Störungen bei zu nahe aneinanderliegenden Ports zu reduzieren, denn elektromagnetische Interferenzen sind dann herstellerseitig schon eingebaut. So sind auch vom Raspberry Pi 4 Störungen von dessen WLAN-Verbindung bei gleichzeitig angeschlossenen HDMI-Kabeln bekannt.
In jedem Fall Abhilfe schafft ein separater WLAN-Stick an einem der USB-Ports, dessen Antenne möglichst weiter vom störenden HDMI-Ausgang entfernt ist. Beim Kauf eines WLAN-Sticks ist der verwendete Chipsatz ausschlaggebend dafür. Es verursacht nach wie vor Kopfzerbrechen, einen vom Linux-Kernel unterstützen WLAN-Stick mit neuen Funkstandards wie Wi -Fi 6 oder 7 zu finden. Eine aktuelle Liste pflegen Linux-Anwender auf Github unter https://m6u.de/wifichips.

