Altehrwürdige Kommandozeilenprogramme wie cp zum Kopieren von Dateien gelten seit vielen Jahren als komplett und sehen keine Weiterentwicklung mehr. Lediglich Fehlerbehebungen gibt es, aber keine Ergänzung von Funktionen. Etwas frischen Wind bringen aber derzeit die Bestrebungen, bekannte Tools in der Programmiersprache Rust neu zu schreiben. So gibt es mit xcp inzwischen eine Alternative für den Kopierbefehl cp.
xcp kann eine Fortschrittsanzeige vorweisen und arbeitet in den meisten Fällen auch flotter als cp. Auf NVME-Laufwerken kann es mit Multithreading ein ordentliches Tempo vorlegen, aber auch bei langsamen Datenträgern ist der Statusbalken bei umfangreichen Kopieraktionen im Terminal ein lang ersehntes Feature. Der Rust-Quellcode von xcp findet sich auf Github unter https://github.com/tarka/xcp, fertige Pakete finden sich derzeit nur bei Arch Linux.
Wir haben xcp deshalb für die Intel-Architektur (64 Bit) kompiliert und liefern die Datei „xcp“ auf der Heft-DVD im Verzeichnis „Software“ mit. Das Programm funktioniert in allen Linux-Distributionen mit 64 Bit, auch im neuesten Ubuntu 24.04 und verlangt nach keinen weiteren Programmbibliotheken. Nachdem die Datei „xcp“ aus dem Verzeichnis „Software“ ins Home-Verzeichnis kopiert wurde, macht sie der Befehl
chmod +x xcp
ausführbar, denn Dateien aus dem Web oder von der Heft-DVD sind zunächst nie ausführbar. Um xcp dann im eigenen Benutzerkonto überall nutzen zu können, empfiehlt es sich, mittels
mkdir -p ~/.local/bin
einen neuen Ordner im Home-Verzeichnis als Speicherort anzulegen und xcp dorthin zu kopieren. Da es sich um einen Standardordner handelt, ist er in Ubuntu und Co. ab der nächsten Anmeldung in der Pfadvariablen enthalten. In Debian und Fedora genügt das nicht – hier muss man zusätzlich in der Datei „~/.bashrc“ die Zeile
export PATH=$PATH:~/.local/bin
ergänzen, damit xcp überall funktioniert. Wer das Tool sogar systemweit verfügbar machen will, kopiert es nach
„/usr/local/bin“ und verbietet die Schreibrechte darauf:
sudo cp xcp/usr/local/bin
sudo chown root:root/usr/local/bin
Nun kann jeder Benutzer xcp auf dem System aufrufen.

