Konsolentipps | David Wolski | 2-2024 | 26. Januar 2024

Hstr: Besserer Befehlsverlauf

Übersicht eingegebener Kommandos: Das Tool Hstr zeigt den Befehlsverlauf der Shell als durchsuchbare Liste an und reagiert auf Wunsch auf die gewohnte Tastenkombination Strg-R.

Zu den Standardeigenschaften der Linux-Shell gehört der Befehlsverlauf, der mit der taste Cursor-oben oder mit der Tastenkombination Strg-R vergangene Eingaben erneut aufrufen kann. Das Tool Hstr, inzwischen in den Standard-Paketquellen der verbreiteten Linux-Systeme zu finden, macht die Suche im Befehlsverlauf noch komfortabler.

Hstr ist ein Ersatz für Strg-R und zeigt eine Liste der letzten Befehle an. Es kann außerdem den Befehlsverlauf verwalten, indem es ein Löschen von nicht mehr benötigten Befehlen sowie Lesezeichen für häufige aufgerufene Befehlszeilen erlaubt. Ubuntu hat Hstr in der letzten LTS-Ausgabe 22.04 aufgenommen und Debian zuvor schon in der der Version 11. Das Helferlein für Bash (und Dash) ist in diesen Distributionen mittels

sudo apt install hstr

installiert und über

hstr --show-configuration >> ~/.bashrc

in die Bash-Konfigurationsdatei einzubinden. In einer sorgfältig eingerichteten „bashrc“ genügt aber eventuell das Alias 

hh='hstr'

als Ergänzung. Nach einer erneuten Anmeldung in der Shell beziehungsweise einem neu aufgerufenen Terminalfenster ist Hstr einsatzbereit und kann mit hstr oder der Tastenkombination Strg-R aufgerufen werden. Die Shell zeigt dann eine durchsuchbare Liste der letzten Befehle. 

Die Eingabe einer Zeichenkette filtert alle Befehle nach passenden Einträgen. Die Eingabetaste ruft einen Befehl auf, die Tab-Taste zum Bearbeiten in die aktuelle Befehlszeile. Die Entf-Taste löscht einen Befehl. Damit nicht überflüssige Standardkommandos wie „ls“ oder „cd ..“ im Verlauf landen, unterstützt Hstr eine Liste mit ausgeschlossenen Befehlen. Die Datei wird als „~/.hstr_blacklist“ mit einem beliebigen Texteditor angelegt und erhält pro Zeile einen Befehl, der nicht im Verlauf auftauchen soll.