Datenträger wie lahme SD-Karten und USB-Sticks machen im Alltag wenig Freude. Zudem haben NAND-Flash-Speicher die Eigenschaft, mit der Zeit langsamer zu werden – teils ganz massiv. Gerade auf einem Platinenrechner hat die Schreibgeschwindigkeit der SD-Karte mit dem Betriebssystem erheblichen Einfluss auf die Systemleistung.
Grund der Verlangsamung ist das Verhalten des Flashcontrollers, der zur Minimierung von Schreibzyklen neue Daten immer erst in freie Speicherbereiche schreiben muss.
Mit der Zeit werden diese Bereiche weniger und sind zudem fragmentiert. Wie es um einen Flash-Datenträger bestellt ist, zeigt ein präziser Geschwindigkeitstest.
Dafür ist unter Linux die Toolsammlung aus dem Paket „F3“ geeignet – eine Abkürzung für „Fight Flash Fraud“. Die Tools ermitteln empirisch die reale Kapazität eines Laufwerks sowie dessen Schreib- und Lesegeschwindigkeiten. Auch die Integrität geschriebener Daten kann F3 überprüfen, indem es den gesamten Platz beschreibt und dann wieder ausliest. Es ist damit auch ein geeignetes Werkzeug, um älteren Flash-Laufwerken auf den Zahn zu fühlen. Hier soll es aber nur um einen Leistungstest gehen. Zu installieren ist der Flash-Werkzeugkasten in den meisten Distributionen über die Standardquellen, in Debian/Ubuntu & Co./Mint mit dem diesem Befehl:
sudo apt-get install f3
Die beiden benötigten Tools aus diesem Werkzeugkasten sind „f3write“ und „f3read“. Das Kommando
f3write /media/[Laufwerk]
schreibt auf das angegebene Laufwerk und
f3read /media/[Laufwerk]
liest davon, unter der exakten Geschwindigkeitsangabe. Diese Aktionen lassen die Daten auf dem Laufwerk alle intakt.
Trim für USB 3.0: Ein Zurücksetzen von Speicherzellen, auch als „Trim“ bekannt, nimmt der Controller von USB-Karten und SD-Karten nicht vor. Seitens der Flashmedien ist das bei vielen Datenträgern auch gar nicht vorgesehen. Es gibt aber Ausnahmen und neuere USB-Datenträger mit Trim-Unterstützung. Qualitativ hochwertige Flashspeicher ab dem Standard USB 3.0 nutzen mit „USB Attached SCSI Protocol“ (UASP) ein leistungsfähigeres USB-Protokoll, das Datenraten von bis zu 450 MB pro Sekunde ermöglicht und oft auch Trim-Fähigkeiten bringt. Ob ein angeschlossenes USB-Laufwerk UASP unterstützt, zeigt ein Befehl im Terminal nach dem Anschließen an. Das Kommando
lsusb -t
listet alle angeschlossenen USB-Geräte auf, jeweils mit dem verwendeten USB-Treiber. Findet sich in einer Zeile hinter der USB-Port-Nummer die Bezeichnung „Driver=uas“, so verwendet das dort angeschlossene Laufwerk UASP. Um auf diesem Laufwerk manuell eine Trim-Aktion anzustoßen, dient der Befehl „blkdiscard“. Aber Achtung, dies ist mit Datenverlust verbunden und darf nur auf leere oder auf Laufwerke mit nicht mehr benötigten Daten angewendet werden:
sudo blkdiscard -vf /dev/sdc3
Dieser Befehl setzt die Flash-Speicherzellen auf dem Laufwerk „/dev/sdc3“ zurück und der Datenträger dann ist im Idealfall wieder so schnell wie am ersten Tag.

