Das noch immer sehr junge Nobara Project (https://nobaraproject.org) liefert eine Linux-Distribution, die sich besonders gut für das Spielen und Streamen von ursprünglich für Windows entwickelten Games unter Linux eignet. Nobara baut hierfür die populäre Linux-Distribution Fedora 41 Workstation zu einem Gaming-Betriebssystem um. Die im Januar 2025 erschienene neueste Version dieser Gaming-Distribution hört auf die offizielle Bezeichnung Nobara Linux 41 („Forty One“) und bessert in sämtlichen relevanten Bereichen nach.
Kompromisslos für das Spielen unter Linux optimiert
Das Nobara Project wurde im Jahre 2019 vom Entwickler Thomas („Glorious Eggroll“) Crider, Softwareingenieur bei Red Hat, ins Leben gerufen. Thomas Crider ist auch für die Softwarepakete Proton GE Custom, Wine GE Custom und Proton Wine verantwortlich, die für das Spielen unter Linux essenziell sind. Nobara hat das Ziel, eine maßgeschneiderte Gaming-Distribution für das Spielen von Games mit Proton unter Steam zu sein. Auch die neuesten weiteren Softwarepakete, Grafiktreiber, APIs sowie Laufzeitumgebungen sind dabei und als Fundament dient der Linux-Kernel 6.12. Mit an Bord sind dementsprechend auch ein Echtzeit-Kernel, zahlreiche Optimierungen für CPUs der Serie AMD Ryzen und GPUs der Serie Radeon sowie ein verbesserter und deutlich flexiblerer Scheduler. Der Desktop basiert nun auf KDE Plasma 6.2.5. Alternativ steht auch ein Systemabbild mit Gnome 47.2 zum Download bereit.


Alle Neuerungen von Nobara Linux 41 im Detail
Die nachfolgenden Softwarepakete wurden auf den neuesten Stand aktualisiert. Allen voran ist hier der freie Grafikstack Mesa 3D in der Version 24.3.4 zu nennen, welcher unter anderem die neuesten Vulkan-Grafiktreiber für Radeon-Grafikkarten mitbringt und für das Spielen unter Linux essenziell ist.
• Linux v6.12.7
• Mesa 3D v24.3.4
• Gstreamer v1.24.10
• Proton GE Custom v9-22
• Wine GE Custom v8-26
• KDE Plasma v6.2.5
• Nvidia v565.77
• Gnome v47.2
• DXVK v2.5
Vorbei sind erstmals auch die Zeiten des monolithischen Basis-Scripts. Anwender werden von einer schlanken Anwendung mit Python-GUI begrüßt, die nahtlos in den Nobara Package Manager integriert ist. Erstmals mit an Bord sind das neue Nobara Tweak Tool sowie der Nobara Driver Manager, die sowohl die Aktivierung von Optimierungen als auch die Treiberinstallation deutlich erleichtern sollen.
Gleichzeitig führen Updates für OBS Studio 31.9 neue Funktionen für Content Creator und Streamer ein und bieten eine noch bessere Unterstützung für HDR-Inhalte. Die überarbeitete Welcome App hilft Spielern bei der initialen Einrichtung der Gaming-Distribution sowie bei der Konfiguration von optionalen Komponenten, Treibern, Anwendungen und Tools.

Fedora 41 Workstation für Spieler umgebaut
Auf Basis der aktuellen Fedora 41 Workstation mit den Desktops KDE Plasma 6.2.5 und Gnome 47.2 sowie dem Betriebssystem-Kernel Linux 6.12 schneidert das sehr ambitionierte Projekt ein echtes Spielsystem, welche bereits alle nötigen Abhängigkeiten der zu Windows kompatiblen Laufzeitumgebung Wine 9.x vollumfänglich auflöst und darüber hinaus auch schon nachfolgende Softwareinstallationen „Out of the Box“ für Spieler mitbringt:
• Steam mit Proton, Proton GE Custom, Proton-up-Qt Updater
• Wine mit Wine GE Custom, Proton Wine
• Spieleclients: Lutris, Emu-Deck, Retro-Arch, Heroic Games Launcher, Playonlinux, Game-Hub, Bottles und Itch.io
Eine solche Vorauswahl sinnvoller Softwarepakete bekommen aber auch andere Projekte hin. Nobara Linux 41 lässt dagegen zudem Optimierungen für HDR-Inhalte mit erweitertem Dynamikumfang sowie die neuesten Patches für den Support von Variable Refresh Rate („VRR“) in die Softwarezusammenstellung des Betriebssystems einfließen. Die Grundlagen werden mit einem stark angepassten Kernel gelegt, welcher für mehr Stabilität, höhere Frameraten und deutlich niedrigere Latenzen sorgt.

Nobara Linux 41 besitzt einen optimierten Linux-Kernel
Das Open-Source-Projekt bietet speziell an Spieler adressierte Verbesserungen, wie Futex2, einem Mutex-Mechanismus für eine noch effizientere CPU-Nutzung, und weitere direkt im System-Kernel integrierte Patches für Spieler. Einige Beispiele sind: Kernel patched with futex2, Winesync, AMD Cpcc, Open-RGB. Die komplette Liste aller Patches gibt es unter https://wiki.nobaraproject.org/modifications/kernel.
Neben der neuesten Proton GE Custom, die besonders das Spielen über den Steam-Client verbessert, fließen auch die Optimierungen und Fehlerkorrekturen für den DirectX-zu-Vulkan-Übersetzer DXVK ein, welcher in der Version 2.5.3 vorliegt. Die verbesserte Aktualisierungsverwaltung hält das System und die für Spieler essenziellen Softwarepakete stets auf dem neuesten Stand.
Viele nützliche Anwendungen und Tools für Spieler
Neben den bekannten Softwarepaketen verfügt Nobara Linux 41 auch über eine sinnvolle Vorauswahl von Tools für Spieler, wie Mangohud, Goverlay und Gamescope, und für die tägliche Arbeit ist zudem die neueste Version 25.2 der quelloffenen Office-Suite Libre Office bereits vorinstalliert.
Wie oben bereits erwähnt stehen zusätzlich zum Steam-Client, der mittels Steam Play die Proton-API nutzt, auch Alternativen wie der Open-Source-Spiele-Manager Lutris
(https://lutris.net) und der Heroic Games Launcher (https://heroicgameslauncher.com) zur Auswahl, welche Dienste wie GOG, den Epic Games Store und Amazon Gaming unter Linux verfügbar und deren Spielebibliotheken unter Linux komfortabel verwaltbar machen.
Versionen für den Desktop und Handheld-PCs
Im Downloadbereich des Nobara Projects (https://nobaraproject.org/download-nobara) finden sich angepasste Versionen von Nobara Linux 41 für Desktop-PCs mit Radeon- und Geforce-Grafikkarten sowie maßgeschneiderte Systemabbilder für Handheld-PCs, welche auch den vom Steam Deck und Steam-OS bekannten „Gaming Mode“ im Vollbild unterstützen.
Die verschiedenen Systemabbilder lassen sich wie gewohnt mit einem der vielen bekannten USB-Werkzeuge wie Rufus (https://rufus.ie/de/) auf ein USB-Speichermedium schreiben, booten und ausprobieren. Anschließend übernimmt die optimierte grafische Installationsroutine Calamares die Installation, welche in nur wenigen Minuten vollständig abgeschlossen ist.

Systeme auf Nobara Linux 41 upgraden
Spieler, welche ihr System ohne Neuinstallation von Nobara Linux 40 auf das neue Nobara Linux 41 upgraden wollen, können dies mit dem folgenden Konsolenbefehl tun:
sudo dnf update --refresh
Nach einem Neustart des Betriebssystems sollte das Upgrade von Nobara Linux 40 auf Nobara Linux 41 abgeschlossen sein. Weitere Informationen liefern die offizielle Website (https://nobaraproject.org), das Nobara Wiki (https://wiki.nobaraproject.org) sowie die hilfsbereite Community auf dem Discord-Server (https://discord.gg/6y3BdzC).

Fazit: Die aktuell beste Gaming-Distribution
Nobara Linux 41 richtet sich mit seinen zahlreichen Anpassungen und Optimierungen insbesondere an Spieler, Streamer und Content Creatoren, welche die bestmögliche Erfahrung bereits „Out of the Box“ machen wollen. In dieser Fülle kann aktuell keine der anderen Gaming-Distribution mit dem Nobara Project mithalten, was das Betriebssystem zur Referenz für das Spielen von Windows-Spielen unter Linux macht.


