Netzwerk | Michael Seemann | 1/2026 | 28. November 2025

Fritzbox-Tricks für Anrufbeantworter

Die meisten Fritzbox-Router bieten bis zu fünf eingebaute Anrufbeantworter. Jeden davon können Sie für bestimmte Anrufer oder mit speziellen Ansagen einrichten: So bekommen Sie wichtige Nachrichten garantiert – oder wehren nervende Anrufe ab.

Die Fritzbox-Modelle von AVM sind sehr beliebte Router. Das liegt aber nicht unbedingt an ihrer Ausstattung: Denn was WLAN-, LAN- oder NAS-Funktionen angeht, bieten andere Router meist mehr. Auch das eingebaute Modem für den Onlinezugang ist kein Alleinstellungsmerkmal der Fritzbox mehr, sofern es um VDSL geht. Was die Fritzboxen aber einzigartig macht, sind viele Details, um die sich andere Hersteller wenig oder gar nicht kümmern, die aber für die meisten Anwender im Alltag sehr wichtig sind: Zum Beispiel die Anrufbeantworter, die im Router integriert sind. Mit einer Fritzbox haben Sie fünf Anrufbeantworter verfügbar und benötigen daher kein entsprechend ausgestattetes Telefon oder ein zusätzliches Gerät, um verpasste Anrufe  aufzunehmen. 

Andererseits: Sind fünf Anrufbeantworter nicht übertrieben viel? Wenn Sie die Telefontipps für die Fritzbox in diesem Ratgeber lesen, werden Sie sich diese Frage nicht mehr stellen. Denn die zahlreichen Anrufbeantworter bieten Ihnen viele Möglichkeiten, um alle Anrufe abhängig vom Zeitpunkt oder dem Anrufer anzunehmen, aufzuzeichnen oder umzuleiten. Damit gehen Sie sicher, dass Personen Sie erreichen können, auch wenn Sie nicht ans Telefon gehen (wollen), oder Sie können Nerv- und Betrugsanrufe vermeiden. Diese Vielfalt macht die Anrufbeantworter der Fritzbox nicht nur für Privatanwender interessant – dadurch wird der Router auch zur empfehlenswerten Telefonanlage fürs Home­office sowie kleine Unternehmen wie Arztpraxen oder Anwaltskanzleien.

Basiseinstellungen für die Fritzbox-Anrufbeantworter

Die grundlegenden Einstellungen für den Anrufbeantworter finden Sie im Menü der Fritzbox unter „Telefonie –› Telefoniegeräte“. Dort ist ein Anrufbeantworter bereits eingerichtet. Sie aktivieren ihn, indem Sie den Schiebeschalter nach rechts bewegen – die Anzeige wechselt dann zu Grün. Weitere richten Sie ein, indem Sie rechts unten auf „Neues Gerät einrichten“ klicken und auf der nächsten Seite „Anrufbeantworter“ markieren.

Beim Anlegen eines neuen Anrufbeantworters geben Sie ihm zunächst im Feld unten einen aussagekräftigen Namen, zum Beispiel „Privat“, „Geschäftlich“, „Urlaub“ oder „Nerv-Anrufe“. So lassen sich die einzelnen Aufgaben besser unterscheiden.

Dann legen Sie die Betriebsart fest: Bei „nur Ansage“ bekommen die Anrufer lediglich eine Sprachnachricht – zum Beispiel, dass sie außerhalb der Geschäftszeiten oder während der Urlaubszeit anrufen. Bei „Mitteilungen aufnehmen“ können die Anrufer Ihnen eine Nachricht hinterlassen. Wie lange diese sein darf, stellen Sie bei „Aufnahmelänge“ ein, mit einer Zeitdauer von einer Minute bis unbegrenzt. Unter „Ansageverzögerung“ geben Sie an, wann der Anrufbeantworter aktiv werden soll – die Auswahl geht von „sofort annehmen“ bis zu „60 Sekunden“ – diese Option entfällt, wenn Sie als Betriebsart „nur Ansage“ gewählt haben.

Im nächsten Fenster bestimmen Sie, für welche Telefonnummern der Anrufbeantworter zuständig ist. Von den meisten Telefonanbietern bekommen Sie drei Rufnummern zugewiesen. Richten Sie den ersten Anrufbeantworter in der Fritzbox ein, können Sie die Option „alle Anrufe annehmen“ auswählen, mit der der AB alle Nummern abdeckt.

Haben Sie bereits einem Anrufbeantworter eine Nummer zugewiesen, ist diese bei der Auswahl für den neuen mit einem blauen Symbol versehen. Klicken Sie nun die gewünschte Telefonnummer an. Die Einstellungen speichern Sie auf der nächsten Seite mit „Übernehmen“. 

Einstellungen für Aufnahmen und eigene Ansagen

Um die Fritzbox-Anrufbeantworter an die eigenen Wünsche anzupassen, rufen Sie im Routermenü „Telefonie –› Anrufbeantworter“ auf, klicken auf den Namen des ABs, den Sie ändern wollen, und anschließend rechts auf „Einstellungen“.

Wenn Sie einen Anrufbeantworter aktiviert haben, bekommen Anrufer eine Standardansage mit einer weiblichen Stimme zu hören: Der Anruf kann im Moment nicht entgegengenommen werden, man solle bitte später wieder anrufen (bei Betriebsart „Nur Ansage“) beziehungsweise eine Nachricht hinterlassen (bei Betriebsart „Nachrichten aufnehmen“). 

Freundlicher und individueller ist es, eine eigene Ansage einzusprechen und auf die Fritzbox zu übertragen, damit der AB sie nutzen kann. Dazu klicken Sie bei der Ansageart, die Sie personalisieren wollen, auf das Bearbeiten-Symbol vor „Ansage ändern“. Anschließend wählen Sie „Eigene Ansage“ und geben den Pfad zur Aufnahme unter „Datei auswählen“ an. Die Fritzbox akzeptiert Audioaufnahmen in den Formaten WAV und MP3. Speichern Sie die Einstellung mit „Übernehmen“. 

Sie können statt einer selbst erstellten Sprachdatei auch vorbereitete Aufnahmen entsprechender Dienstleister nutzen, zum Beispiel www.anrufbeantworter-ansagen.com oder telefonansagen.de, die je nach Anbieter eine E-Mail-Registrierung erfordern oder kostenpflichtig sind. Die Länge der persönlichen Ansage darf maximal 60 Sekunden lang sein.

Sie können außerdem eine Wartemusik abspielen lassen oder eine Ansage, die Anrufer in der Warteschleife hören. Die Einstellungen finden Sie im Fritzbox-Menü unter „Telefonie –› Eigene Rufnummern –› Anschlusseinstellungen“. Um die vorbereiteten Fritzbox-Dateien zu nutzen, wählen Sie unter „Wartemusik – ändern“ entweder „Ansage“ oder „Musik“ beziehungsweise wählen eine eigene Audiodatei aus, die bis zu 30 Sekunden lang sein darf.

Anrufernachrichten speichern und weiterleiten

Sind Nachrichten auf dem Anrufbeantworter eingegangen, weist Sie die Fritzbox darauf hin, indem die LED am Gehäuse bei „Info“ grün blinkt – sofern Sie diese Einstellungen nicht unter „System –› Tasten und LEDs –› Info-Anzeige“ geändert haben.

Die Nachrichten hören Sie am einfachsten über ein Fritzfon ab, das per Dect mit dem Router verbunden ist: Wählen Sie am Telefon „Menü –› Anrufbeantworter“ und drücken Sie zweimal „OK“. Bei einem anderen Telefon rufen Sie den Anrufbeantworter über seine interne Nummer **600 an. Haben Sie mehrere ABs eingerichtet, finden Sie deren interne Nummern im Fritzbox-Menü unter „Telefonie –› Telefonbuch –› Interne Nummern“. Im Sprachmenü des Anrufbeantworters kommen Sie zu den gespeicherten Nachrichten, indem Sie „1“ drücken.

Sie können für eine eigene Rufnummer mehrere Anrufbeantworter in der Fritzbox einrichten. Der Router weist darauf hin, wenn eine bestimmte Nummer schon einem weiteren AB zugeordnet ist.

Um eine Nachricht auf einem Rechner im Fritzbox-Heimnetz anzuhören, rufen Sie das Routermenü auf und gehen zu „Telefonie –› Anrufbeantworter“. Dort wählen Sie den gewünschten AB, um eine Liste der Aufnahmen zu sehen. Klicken Sie auf das Play-Symbol bei der Nachricht, die Sie hören wollen. Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf das Symbol klicken, öffnet sich das Kontextmenü des Webbrowsers: Mit „Link speichern unter…“ oder „Ziel speichern unter…“ sichern Sie die Nachricht.

Sie können die Fritzbox auch anweisen, Ihnen eine Audiodatei mit der aufgenommenen Sprachnachricht zu schicken: Im Routermenü wählen Sie dafür in den Einstellungen des entsprechenden Anrufbeantworters „Weitere Einstellungen“ und unter „Nachrichten“ die Option „Nachrichten per E-Mail versenden“. Dort geben Sie die gewünschte E-Mail-Adresse ein sowie die Zugriffsinformationen für das Postfach. 

Mit einem Fritzfon lassen sich Nachrichten mithören, die der AB gerade aufnimmt. Falls es sich um eine wichtige Mitteilung handelt, können Sie den Anruf dann auch direkt annehmen. Die entsprechende Einstellung für das Fritzfon nehmen Sie im Menü der Fritzbox vor, unter „Telefone –› Telefoniegeräte“. Beim Fritzfon klicken Sie auf das Bearbeiten-Symbol, unter „Merkmale des Telefoniegeräts“ markieren Sie die Option „Laut mit­hören beim Anrufbeantworter“.

Wenn Sie nicht zu Hause sind, bieten sich mehrere Möglichkeiten, Nachrichten vom Anrufbeantworter zu erhalten: Neben dem E-Mail-Versand können Sie sich per VPN ins Menü der Fritzbox zu Hause einwählen oder Nachrichten über die Smartphone-App MyFritz abhören. Für den AB der Fritzbox lässt sich außerdem eine Fernabfrage aktivieren: Dann können Sie über einen beliebigen Anschluss zu Hause anrufen und sich im Sprachmenü des AB Nachrichten vorlesen lassen. Um die Fernabfrage einzuschalten, gehen Sie im Fritzbox-Menü auf „Telefonie –› Anrufbeantworter“. In der oberen Leiste markieren Sie den gewünschten AB und klicken auf „Einstellungen“. Unter „Weitere Einstellungen“ markieren Sie die Option „Fernabfrage aktiv“ und geben eine vierstellige PIN für die Abfrage ein – die Nummernfolge „000“ ist nicht erlaubt. Mit der PIN authentifizieren Sie sich bei der Fernabfrage im Sprachmenü des AB.

Zeitsteuerung: So ist immer der passende AB aktiv

Für die Anrufbeantworter der Fritzbox können Sie eine Zeitsteuerung einrichten: Dann sind sie nur zu festgelegten Zeiten aktiv, zum Beispiel außerhalb der Geschäftszeiten oder wenn Sie keine Anrufe entgegennehmen können oder wollen.

Die Zeiten, in denen der AB an- und abgeschaltet ist, legen Sie im Fritzbox-Menü fest, unter „Telefonie –› Anrufbeantworter“. In den Einstellungen des entsprechenden ABs gehen Sie zu „Einstellungen für die Betriebsart –› Zeitsteuerung“. Dort wählen Sie zunächst die Betriebsart für den AB aus – „Nachrichten aufnehmen“, „Nur Ansage“ oder „aus“ – und wählen dann im Diagramm darunter die Zeiträume dafür aus. Speichern Sie sie mit „Übernehmen“.

Haben Sie mehrere Anrufbeantworter in der Fritzbox eingerichtet, die auf dieselbe Telefonnummer reagieren, müssen Sie aufpassen: Die Zeiten, in denen diese ABs aktiv sind, sollten sich nicht überschneiden. Falls doch, wendet die Fritzbox immer die Regeln für den Anrufbeantworter an, den Sie zuerst angelegt haben – der AB mit der internen Rufnummer **600 wird also gegenüber dem AB mit **601 bevorzugt, unabhängig von den Einstellungen. 

Für Büro oder Homeoffice bietet sich deshalb folgende AB-Reihenfolge an: Als ersten Anrufbeantworter richten Sie eine Ansage ein, die nur in speziellen Zeiträumen zum Einsatz kommt – zum Beispiel im Urlaub. Danach legen Sie die ABs an, die sich täglich abwechseln, etwa einen, der während der Bürozeiten aktiv ist, und einen weiteren für außerhalb dieses Zeitraums. Wenn Sie in Urlaub gehen, aktivieren Sie den ersten AB – er übernimmt dann alle Anrufe, obwohl er die gleichen Zeiträume bedient wie die beiden anderen.

Unterschiedliche ABs für bestimmte Anrufer einrichten

Noch mehr Möglichkeiten bietet die Fritzbox durch die Funktion „Rufumleitung“, die sich auch für die Anrufbeantworter einsetzen lässt. Damit können Sie zum Beispiel bestimmte Anrufer auf einen festgelegten AB umleiten – das bietet sich etwa für anonyme Anrufer an, die keine Telefonnummer übermitteln oder sie unterdrücken.

Damit eine Rufumleitung in der Fritzbox funktioniert, müssen Sie zunächst einen ersten Anrufbeantworter einrichten und diesen deaktivieren. Richten Sie den AB wie beschrieben ein. Am Ende des Einrichtens müssen Sie den AB über den entsprechenden Schalter auf „Aus“ setzen.

Anschließend richten Sie den Anrufbeantworter für die anonymen Anrufer ein. Ordnen Sie dem AB keine Rufnummer zu, sondern klicken Sie in diesem Fenster auf „Weiter“ und auf „Übernehmen“.

Nun richten Sie die passende Rufumleitung ein im Fritzbox-Menü unter „Telefonie –› Rufbehandlung –› Rufumleitung –› Neue Ruf­umleitung“. Markieren Sie „Anrufe von“ und wählen Sie im Drop-down-Menü „Ohne Rufnummer (anonym)“ und anschließend, ob diese Umleitung nur für bestimmte oder alle Ihre Rufnummern gelten soll, die in der Fritzbox hinterlegt sind. Als Ziel markieren Sie „an Anrufbeantworter“ und wählen den entsprechenden AB aus. Speichern Sie die Einstellungen mit „Übernehmen“. 

Zusätzliche Information: Mehr Speicher für den Anrufbeantworter

Ihre Sprachansagen für die Fritzbox-Anrufbeantworter belegen Speicherplatz im Router, ebenso die aufgezeichneten Nachrichten von Anrufern. Platz sparen können Sie, indem Sie die Länge von Ansagen und Nachrichten limitieren. Aber sorgenfrei sind Sie, wenn Sie einen USB-Speicher an die Fritzbox anschließen: Bei vielen älteren Fritzbox-Modellen ist das sogar eine Voraussetzung, um den Anrufbeantworter umfassend nutzen zu können – etwa für eine Fritzbox 7340.

Bei neueren Fritzboxen ist der interne Speicher dagegen üblicherweise groß genug, um Ansagen und Nachrichten problemlos zu speichern – sofern er nicht auch mit anderen Daten belegt ist. Um ihn zu nutzen, müssen Sie ihn unter „Heimnetz –› USB/Speicher –› Geräteübersicht“ einschalten, indem Sie die Option „Speicher-(NAS)-Funktion von FRITZ!Box aktiv“ markieren. Dann sehen Sie im Kasten darunter, wie groß der eingebaute Speicher und wie viel davon noch frei ist.

Wollen Sie ihn per USB-Stick erweitern, verbinden Sie einen entsprechenden Speicherstick mit einem USB-Anschluss der Fritzbox: Am besten ist er mit dem Dateisystem FAT(32) formatiert, das an jeder Fritzbox funktionieren sollte. Anschließend gehen Sie im Routermenü auf „Telefonie –› Anrufbeantworter“ und wählen das Bearbeiten-Symbol. Auf dieser Seite klicken Sie unten auf „Weitere Einstellungen“ und aktivieren die Option „USB-Speicher zur Erhöhung der Aufnahmekapazität verwenden“.