Distributionen | Grundlagen | David Wolski | 5/2025 | 25. Juli 2025

Fedora Linux 42 KDE

Fedora war in seiner Hauptausgabe jahrelang ein Aushängeschild für den jeweils neuesten Gnome-Desktop. Das hat sich nun geändert: Fedora 42 hat die KDE-Ausgabe zu einer weiteren Hauptversion gemacht.

Kann sich auch mit KDE Plasma 6.4 sehen lassen: Die KDE-Version ist nun eine Hauptausgabe Fedoras. Wie zuvor Gnome, so läuft KDE mittlerweile von Haus aus mit dem Wayland-Protokoll.

Fedora war in seiner Hauptausgabe jahrelang ein Aushängeschild für den jeweils neuesten Gnome-Desktop. Das hat sich nun geändert: Fedora 42 hat die KDE-Ausgabe zu einer weiteren Hauptversion gemacht.

Unter den Desktops hat KDE Plasma seit seiner Versionsserie 5 gegenüber Gnome stark in der Gunst von Anwendern gewonnen, besonders unter fortgeschrittenen Linux-Nutzern. Denn die KDE-Arbeitsfläche ist bis ins Detail konfigurierbar, wirkt aber in ihrer neuesten Version weniger kleinteilig und ist auf Hochglanz poliert. Der Funktionsumfang und die KDE-Programme sind anspruchsvoll, doch durchdacht. Deshalb haben sich unter den vielen Entwicklern Fedoras (das als Vorstufe zu Cent-OS und Red Hat Enterprise Linux weiterhin Sponsoring von IBM/Red Hat erhält) genügend Hände zur Pflege einer ausgewachsenen KDE-Ausgabe gefunden. Nach einer Abstimmung hat diese KDE-Ausgabe eine Beförderung erhalten und ist der Gnome-Edition gleichgestellt.

Starkes Comeback von KDE

Eine Überraschung ist die wiedergefundene Liebe Fedoras für KDE trotzdem: 2015 sah es für den KDE-Spin Fedoras gar nicht gut aus, als dessen damaliger Fedora-Entwickler wegen der kleinteiligen KDE-Bibliotheken das Handtuch warf. Aufgrund des hohen Aufwands hatte auch Red Hat als Hauptsponsor Fedoras seit 2018 kein Interesse mehr an KDE gezeigt. Seit Red Hat Enterprise Linux 8 (RHEL) ist KDE nicht mehr in den Standardquellen vorhanden. Nun stehen die Chancen nicht schlecht, dass KDE Plasma in Cent-OS Stream und später auch in RHEL ein Comeback hinlegen kann.

Die vorliegende KDE-Version ist 6.3, die aber nach der Installation des Systems bei der ersten Systemaktualisierung den Satz auf neuestes KDE 6.4 macht. Das ist eine Besonderheit Fedoras: Auch innerhalb einer Ausgabe legen ausgewählte Systemkomponenten bisweilen einen Sprung auf neue Versionen hin, so auch der Kernel, der umgehend in Version 6.15 nachgeliefert wird. Wie immer sind auch die vorinstallierten und verfügbaren Anwendungsprogramme in Fedora sehr aktuell. Libre Office liegt schon in Version 25.2 vor und die Grafikbearbeitung Gimp ist in der stark überarbeiteten Ausgabe 3.0.4 aus den Paketquellen installierbar. Von Haus aus glänzt KDE zudem mit seinen eigenen Anwendungen mit Qt-Oberfläche, die sich perfekt in den Desktop einbetten. Wer beispielsweise einen Dateimanager in Zwei-Fenster-Ansicht sucht, bekommt mit Krusader ein anspruchsvolles Programm im Stil des Total Commanders mit Unterstützung von Netzwerkprotokollen.

KDE kann kacheln

Wayland hat X11 hier vollständig abgelöst. X11/Xorg ist nicht mehr vorinstalliert, jedoch in den Paketquellen über das Paket „plasma-workspace-x11“ noch optional verfügbar. KDE bekommt die Skalierung von Menüelementen pixelgenau und ohne Unschärfe auch auf hochauflösenden Bildschirmen hin. Bei KDE Plasma arbeitet nun auch ein kachelnder Window-Manager und bietet ab Version 6.4 die Funktion, für Bildschirme im Multimonitorbetrieb vordefinierte Fensteraufteilungen zu speichern. Im Benachrichtigungsfeld gibt es nun einen Wächter für den OOM-Killer (Out-of-Memory-Killer) des Linux-Kernels, der darüber informiert, wenn ein Programm wegen Speichermangels unsanft beendet wurde. Eine neue Anzeige für Druckaufträge und Druckerwarteschleifen gibt es ebenfalls. Wer bereits über einen HDR-fähigen Bildschirm mit verbesserter Farbtiefe und Kontrasten verfügt, kann unter Wayland diese Ausgabegeräte ab KDE Plasma 6.4 über ein neues Menü unter „Systemeinstellungen –› Anzeige“ kalibrieren. Eine Anwendungsgemeinde, um die sich KDE verstärkt kümmern will, sind Illustratoren und Grafiker. Deshalb gibt es in den Systemeinstellungen ein neues Werkzeug, um Grafiktabletts optimal einzurichten.

Mehr Infos zu Fedora

Website: https://getfedora.org

Dokumentation: http://docs.fedoraproject.org