Hardwaretipps | David Wolski | 3-2024 | 28. März 2024

Ext4 und Co.: Linux-Partitionen in Windows

Diskinternals Linux Reader: Die Freeware im Stil eines Dateimanagers kann Ext/4/3/2 lesen, aber nicht beschreiben. Sie beherrscht auch die Apple-Dateisysteme HFS/HFS+ und APFS.

Windows macht sich nicht viel aus fremden Formaten: Medien mit den Dateisystemen von Linux und Mac-OS ignoriert der Windows-Explorer. Für den Austausch eines Wechseldatenträgers wie einem USB-Stick ist heute deshalb ExFAT als gemeinsamer Nenner empfehlenswert. Aber auch, wenn Windows mal auf eine Festplatte mit einem Linux-Dateisystem zugreifen muss, gibt es Hilfe.

Generell ist es möglich, Linux-Dateisysteme unter dem Windows-Subsystem für Linux (WSL) einzuhängen und im Explorer verfügbar zu machen. Wer WSL in Windows nicht installieren möchte, kommt aber auch mit Freewareprogrammen lesend an die Daten von typischen Linux-Datenträgern, die beispielsweise per USB-Port am Windows-Rechner hängen.

Vom den Datenwiederherstellungs-Profis Diskinternals gibt es für Windows den Linux Reader 4.19 als uneingeschränkte Freeware (Download unter
https://www.diskinternals.com/linux-reader, alle Windows-Versionen, englischsprachig, auf Heft-DVD). Das Programm liegt als Installer vor und ist als eigenständiger Dateimanager konzipiert. Nach dem Aufruf zeigt es in einem Übersichtsfenster alle erkannten Partitionen an, kommt dabei nicht nur mit Linux-Partitionen vom Typ Ext 2/3/4 klar, sondern auch mit den Apple-Dateisystemen HFS/HFS+ sowie APFS. 

Für etliche Dateitypen und Bilder zeigt es eine Vorschau an, was die Suche nach einer bestimmten Datei vereinfacht. Der Zugriff gelingt aber auch hier nur im Lesen-Modus. Die Übertragung von Dateien oder ganzen Verzeichnissen auf das Windows-System erledigt der Menüpunkt „Save“.

BTRFS: Dieses neuere Linux-Dateisystem versteht der Disk­internals Linux Reader noch nicht. Alternativ gibt es aber für Windows 10/11 unter https://github.com/maharmstone/btrfs einen gut gepflegten Open-Source-Treiber. Das Archiv „btrfs-1.8.2.zip“ (5,6 MB, auf Heft-DVD) liefert nach dem Entpacken unter anderem die INF-Datei „btrfs.inf“, die per Rechtsklick mit „Installieren“ die Einrichtung des signierten Treibers startet.