Terminal | Tipps & Tricks | Hermann Apfelböck | 1/2026 | 28. November 2025

Cronjobs und Systemd-Timer

Der Parallelbetrieb von modernen Systemd-Komponenten und alten Linux-Klassikern ist nicht wirklich problematisch, andererseits aber auch nicht transparent und offensichtlich. Der Nutzer könnte sich manche Konfigurationsarbeit sparen, wenn Systemd seine Arbeit deutlicher kommunizieren würde.

Ist ein Cronjob notwendig? Systemd-Timer übernehmen mittlerweile viele Jobs, die früher in der Crontab aufgehoben waren.

Ein typischer Fall für verbuddelte Systempflege sind Systemd-Timer, die von mancher Software bei der Installation automatisch eingerichtet werden. Wenn der Systembenutzer etwa für das installierte Suchtool plocate (Suche mit locate) in der Crontab einen Job vermisst, um den Suchindex mit updatedb periodisch zu aktualisieren, wird er sich die Mühe machen, diesen manuell anzulegen. Das ist aber unnötig, weil der Job inzwischen zu Systemd gewandert ist. Die Übersicht mit

systemctl list-timers

wird bei installiertem plocate einen Timer anzeigen (plocate-updatedb.timer), der die tägliche Indizierung auslöst. Die Liste informiert in der Spalte „LAST“ außerdem, wann die Aktion zum letzten Mal erfolgt ist. Ein zusätzlicher Cronjob für updatedb ist daher zwar kein Schaden, aber überflüssige Konfigurationsarbeit. Generell darf heute die Regel gelten: Prüfen Sie erst mit obigem Befehl die aktiven Systemd-Timer, bevor Sie manuelle Cronjobs anlegen.