Hardwaretipps | David Wolski | 02/2026 | 9. Juni 2026

AMD Ryzen: Leistungs-reserven ausschöpfen

Ryzen-Prozessoren von AMD können mit „Precision Boost“ unter Last ihre Taktraten je nach Temperatur automatisch erhöhen und damit kurzfristig einzelne Threads beschleunigen. Je nach CPU-Modell und Kühler setzen die Firmware­einstellungen der Hauptplatine mit „Precision Boost Overdrive“ (PBO) einen noch großzügigeren Rahmen.

Kurzfristig mehr Leistung: Jenseits von „Precision Boost“ kann ein Overdrive-Modus aus Ryzen-CPUs noch mehr Leistung herausholen, sofern es die Kühlung erlaubt.

Ohne Übertakten im Normalbetrieb darf der Ryzen-Prozessor mit „Precision Boost Overdrive“ länger und häufiger im leistungsfähigeren Turbomodus laufen, sofern der Kühler mitmacht. Je nach Prozessor, Mainboard und Kühlung kann PBO die Leistung spürbar erhöhen. In Tests mit einem Ryzen 7 7700X steigt die Multicore-Leistung im CPU-Benchmark Cinebench um rund elf Prozent, bei einzelnen Threads immerhin noch um messbare 2,5 Prozent. 

Für Linux erfolgt das Aktivieren von PBO direkt in der Firmware der Hauptplatine. Zahlreiche Firmwares liefern zudem fertige PBO-Profile, etwa für höhere Boosttakte oder individuelle Temperaturlimits. Die Einstellung dafür findet sich oft im Unterpunkt „Advanced“ oder unter „Extreme Tweaker“ bei Asus-Mainboards. „Precision Boost Overdrive“ muss zunächst auf „Enabled“ geschaltet sein, und weitere Optionen darunter erlauben dann ein Feintuning über ein „Thermal Limit“, also der maximalen Temperatur, auf die sich der Prozessor aufheizen darf.