Für AMD-Grafikchips gibt es derzeit zwei Treiber im Linux-Kernel – den herkömmlichen Treiber „Radeon“ für sehr alte Chips und den neueren Treiber AMDGPU für Chips ab 2014 mit der Architektur GCN 1.2 und besserer Leistung. Nach der Installation einer Linux-Distribution sind oft noch Nacharbeiten gefragt, bis AMDGPU funktioniert.
Welcher Treiber aktuell in Benutzung ist, zeigt dieser Terminalbefehl
lspci -k | grep -EA3 'VGA|3D|Display'
in der Zeile „Kernel driver in use“. Damit in jedem Fall AMDGPU zum Einsatz kommt, was ab Kernel 6.2 möglich ist, hat sich eine manuelle Konfiguration über zwei hinzugefügte Dateien im Verzeichnis „/etc/modprobe.d“ bewährt. In dieses Verzeichnis kommt über den Befehl
sudoedit /etc/modprobe.d/amdgpu.conf
eine neue Datei mit diesen zwei Zeilen Inhalt:
options amdgpu si_support=1
options amdgpu cik_support=1
Damit der Radeon-Treiber nicht mehr geladen wird, erstellt das Kommando
/etc/modprobe.d/radeon.conf
eine weitere Konfigurationsdatei, welche folgenden Inhalt erhält:
options radeon si_support=0
options radeon cik_support=0
Dann ist noch ein Neustart fällig, damit das gewünschte AMDGPU-Modul aktiv ist. Sollte es Probleme geben, so genügt es, die neu angelegten Dateien mit Hilfe eines beliebigen Livesystems einfach wieder zu löschen.

