Terminal | Hermann Apfelböck | 2/2025 | 31. Januar 2025

Alternative Bash-Initialisierung

Alternative oder temporäre Bash-Initialisierung: Mit dem Parameter „--init-file“ kann man Änderungen testen oder unterschiedliche Bash-Profile verwenden.

Standardmäßig berücksichtigt die Bash-Shell bei jedem Start die Datei „.bashrc“ im Home des aktuellen Kontos. In besonderen Fällen kann es aber nützlich sein, eine andere Initialisierungsdatei zu erzwingen. Dafür gibt es einen passenden Startschalter der Bash. 

Wenn Sie die Bash-Shell mit dem Schalter „–init-file“ laden, können Sie danach eine alternative Startdatei angeben: 

bash --init-file ~/test.txt

Die Standarddatei „~/.bashrc“ bleibt dann unberücksichtigt. Das ist für zwei Situationen sinnvoll:

1. Sie möchten eine bestehende „.bashrc“ optimieren oder ändern, diese Eingriffe aber nicht gleich direkt in der wichtigen Datei selbst vornehmen, sondern in einer Testdatei. Dann ist die Kopie der „.bashrc“ etwa als „test.txt“ und der genannte Bash-Start eine ideale Methode. Erst wenn die Testdatei fehlerlos funktioniert, ersetzen Sie die Standarddatei durch die neue Version.

2. Die Bash-Initialisierung durch eine oder mehrere alternative Startdatei(en) ist eine konfliktfreie Lösung, um verschiedene Shell-Varianten bereitzustellen und dabei die Standard-„bashrc“ möglichst einfach und übersichtlich zu halten. Diese Organisationsmöglichkeit drängt sich spätestens dann auf, wenn in der primären „.bashrc“ komplizierte Fallunterscheidungen notwendig werden, um zwischen Prompt-, Funktions- und Infoangeboten zu unterscheiden.