Damit Wake-on-LAN funktioniert, muss die Funktion im Bios beziehungsweise der Firmware des Rechners aktiviert sein – für den internen Ethernet-Port oder für eine Netzwerkkarte auf einem PCI-E-Slot. In der Firmware ist der passende Punkt nicht immer gleich ersichtlich. Bei Hauptplatinen von Asus heißt die Einstellung beispielsweise „Wake on PCIE“, betrifft aber auch den internen Ethernet-Port auf der Platine. Es ist aber kein Raten nötig, denn ein Linux-System kann mit dem Kommandozeilenwerkzeug ethtool prüfen, ob WoL auf der gewünschten Netzwerkschnittstelle funktioniert. In Debian/Ubuntu muss das Paket dafür meist erst noch installiert werden, was dieser Befehl erledigt:
sudo apt install ethtool
Folgende Eingabe prüft dann die Schnittstelle „enp1s0“:
sudo ethtool enp1s0
In der Ausgabe von „ethtool“ erscheint gegen Ende die Zeile „Wake-on“ und dahinter der gegenwärtige Status zu Wake-on-LAN. Fehlt diese Zeile komplett, dann beherrscht der Netzwerkchip kein Wake-on-LAN. Ein „d“ ist hier die übliche Voreinstellung und steht für „disabled“ – also abgeschaltet. Hier muss der Parameter „g“ als Wert stehen, damit WoL seitens der Netzwerkschnittstelle den Rechner einschalten kann. Um den benötigten Parameter für „Wake-on“ zunächst temporär, also zwischen Neustarts, zu aktivieren und zu testen, dient dieser Befehl:
sudo ethtool enp1s0 wol g
Wird der Zielrechner jetzt heruntergefahren, so bleibt der WoL-Parameter bis zum erneuten Systemstart erhalten.
Anderen Rechner einschalten: Zum Senden eines WoL-Pakets („Magic Paket“) ist nicht die IP-Adresse, sondern die MAC-Adresse gefragt. Eine Möglichkeit, unter Linux die MAC-Adresse eines anderen Rechners im LAN anzuzeigen, ist das Tool arp, das in vielen Linux-Distributionen vorinstalliert ist. Der Befehl
sudo arp -a [IP/Host]
zeigt die Hardwareadresse an.
Zum Aufwecken ist nun das Kommandozeilentool etherwake nötig. In Debian/Ubuntu ist es wieder schnell aus den Standard-Paketquellen installiert
sudo apt install etherwake
und der Befehl (Beispiel)
sudo etherwake e8:d8:d1:86:cd:ce
sendet an die angegebene MAC-Adresse das Signal zum Aufwecken des Computers.
WoL permanent aktivieren: War der Test erfolgreich, so kann es jetzt daran gehen, den WoL-Parameter auf dem Zielsystem permanent zu setzen. Dafür ist die Netzwerkverwaltung von Systemd gut geeignet. Für die Netzwerkschnittstelle „enp1s0“ erstellt man dazu mit
sudo nano /etc/systemd/network/10-enp1s0.link
eine neue Konfigurationsdatei, die dann die folgenden vier Zeilen erhält:
[Match]
MACAddress=e8:d8:d1:[...]
[Link]
WakeOnLan=magic
Die MAC-Adresse muss zutreffend angepasst werden.

