Hardwaretipps | David Wolski | 02/2026 | 9. Juni 2026

Etherwake: Andere Rechner wecken

Im Heimnetz ist es nicht notwendig, dass Linux-Server rund um die Uhr laufen. Dank Wake-on-LAN (WoL) lassen sich ausgeschaltete Rechner über das Netzwerk starten, sofern Netzwerkkarte und Mainboard das unterstützen. Das Zusammenspiel von Hardware und Software erfordert aber systematisches Vorgehen sowie das Tool etherwake zum Senden eines WoL-Pakets.

Damit Wake-on-LAN funktioniert, muss die Funktion im Bios beziehungsweise der Firmware des Rechners aktiviert sein – für den internen Ethernet-Port oder für eine Netzwerkkarte auf einem PCI-E-Slot. In der Firmware ist der passende Punkt nicht immer gleich ersichtlich. Bei Hauptplatinen von Asus heißt die Einstellung beispielsweise „Wake on PCIE“, betrifft aber auch den internen Ethernet-Port auf der Platine. Es ist aber kein Raten nötig, denn ein Linux-System kann mit dem Kommandozeilenwerkzeug ethtool prüfen, ob WoL auf der gewünschten Netzwerkschnittstelle funktioniert. In Debian/Ubuntu muss das Paket dafür meist erst noch installiert werden, was dieser Befehl erledigt:

sudo apt install ethtool

Folgende Eingabe prüft dann die Schnittstelle „enp1s0“:

sudo ethtool enp1s0

In der Ausgabe von „ethtool“ erscheint gegen Ende die Zeile „Wake-on“ und dahinter der gegenwärtige Status zu Wake-on-LAN. Fehlt diese Zeile komplett, dann beherrscht der Netzwerkchip kein Wake-on-LAN.  Ein „d“ ist hier die übliche Voreinstellung und steht für „disabled“ – also abgeschaltet. Hier muss der Parameter „g“ als Wert stehen, damit WoL seitens der Netzwerkschnittstelle den Rechner einschalten kann. Um den benötigten Parameter für „Wake-on“ zunächst temporär, also zwischen Neustarts, zu aktivieren und zu testen, dient dieser Befehl:

sudo ethtool enp1s0 wol g

Wird der Zielrechner jetzt heruntergefahren, so bleibt der WoL-Parameter bis zum erneuten Systemstart erhalten.

Anderen Rechner einschalten: Zum Senden eines WoL-Pakets („Magic Paket“) ist nicht die IP-Adresse, sondern die MAC-Adresse gefragt. Eine Möglichkeit, unter Linux die MAC-Adresse eines anderen Rechners im LAN anzuzeigen, ist das Tool arp, das in vielen Linux-Distributionen vorinstalliert ist. Der Befehl

sudo arp -a [IP/Host]

zeigt die Hardwareadresse an. 

Zum Aufwecken ist nun das Kommandozeilentool etherwake nötig. In Debian/Ubuntu ist es wieder schnell aus den Standard-Paketquellen installiert

sudo apt install etherwake

und der Befehl (Beispiel)

sudo etherwake e8:d8:d1:86:cd:ce

sendet an die angegebene MAC-Adresse das Signal zum Aufwecken des Computers.

WoL permanent aktivieren: War der Test erfolgreich, so kann es jetzt daran gehen, den WoL-Parameter auf dem Zielsystem permanent zu setzen. Dafür ist die Netzwerkverwaltung von Systemd gut geeignet. Für die Netzwerkschnittstelle „enp1s0“ erstellt man dazu mit

sudo nano /etc/systemd/network/10-enp1s0.link

eine neue Konfigurationsdatei, die dann die folgenden vier Zeilen erhält:

[Match]

MACAddress=e8:d8:d1:[...]

[Link]

WakeOnLan=magic

Die MAC-Adresse muss zutreffend angepasst werden.