Audiorouting weist einer Quelle einen bestimmten Ausgabeport zu. So kann beispielsweise der Klang eines Videoplayers per HDMI auf ein angeschlossenes TV umgeleitet werden, während Systemklänge weiterhin nur die internen Lautsprecher nutzen. Mit Pipewire ist das alles möglich, jedoch zeigen die einfachen Mixeranwendungen der Linux-Desktops diese Detaileinstellungen nicht an. Es gibt spezialisierte Tools, die im Stil eines analogen Steckfelds Quellen und Ausgabeports zur Konfiguration anzeigen. Eines davon ist Qpwgraph (https://github.com/rncbc/qpwgraph), welches von Jack Audio inspiriert ist und den Vorteil hat, in den aktuellen Linux-Distributionen schon in den Standard-Paketquellen zu liegen. In Debian, Ubuntu und dessen Varianten ist es mit diesem Kommando installiert:
sudo apt install qpwgraph
Es handelt sich um ein Qt-Programm, ist aber nicht nur für KDE gemacht.
Nach dem ersten Aufruf präsentiert die Oberfläche die aktuelle Schaltung von Pipewire in ihren Standardeinstellungen. Das Programmfenster zeigt die Audioquellen und Ausgänge von Pipewire mit Outputs und Inputs als frei verschiebbare Elemente. Um eine neue Verbindung zu schaffen, muss im Menü oben der Schalter „Edit“ aktiviert sein. Nun kann der Mauszeiger eine neue Verbindung zwischen zwei Elementen ziehen. Um eine Verbindung zu löschen, klickt man diese Verbindungslinie an und wählt dann aus dem Kontextmenü „Disconnect“.
Das so geänderte Steckfeld hat erst nach einem Klick auf die Schaltfläche „Activated“ tatsächliche Auswirkung auf Pipewire. Somit sorgt Qpwgraph für schnelle Wechsel zwischen Standardeinstellungen und individuell erstellten Verbindungen. Die getroffenen Einstellungen sind nach einem Neustart stets zurückgesetzt, denn Pipewire lädt seine eigenen Standards. Falsch gesetzte Verbindungen sind daher kein dauerhaftes Problem. Ein bewährtes Steckfeld kann Qpwgraph aber über den Menüpunkt „Patchbay –› Save“ als Datei sichern und später per „Open“ wieder laden.

