Softwaretipps | Tipps & Tricks | Hermann Apfelböck | 1/2026 | 28. November 2025

Docfetcher: Speicherprobleme beim Index

Das plattformunabhängige Java-Programm Docfetcher ist mit das beste kostenlose Tool für die Inhaltssuche in vielen unterstützten Formaten (u. a. MS Office, Libre Office, PDF, RTF, TXT, Metadaten von MP3/FLAC/JPG). Ein regelmäßiges Ärgernis sind aber gescheiterte Indexierungsläufe aufgrund Speichermangels.

Docfetcher bei der Indexerstellung: Für größere Datenmengen muss das Speicherlimit deutlich erhöht werden.

Java ist speicherhungrig, was die von Docfetcher voreingestellten RAM-Limits nicht annähernd adäquat berücksichtigen. Mit Standardeinstellungen werden viele begonnene Indexläufe mit einer Meldung über mangelnden Speicher scheitern. Wenn Docfetcher größere Datenarchive mit fünfstelliger Anzahl von Dateien indexieren soll, muss das Start-Script vor dem ersten Einsatz angepasst werden. 

Öffnen Sie dazu im Hauptverzeichnis von Docfetcher die Datei „DocFetcher-GTK3.sh“ in einem beliebigen Editor. Ändern Sie in der letzten Zeile nach „java -enableassertions“ die Angaben für „-Xmx“ und „-Xss“. Der vorgegebene Wert „-Xmx1g“ setzt das Speicherlimit für den Prozess insgesamt auf 1 GB, sollte aber auf mindestens 4 GB erhöht werden („-Xmx4g“). Wenn es die Ausstattung erlaubt, sind 8 GB und mehr zu empfehlen. Der zweite Wert „-Xss2m“ ist weniger kritisch: Er definiert das Limit für einzelne Threads auf 2 MB und sollte auf 4 oder 8 MB erhöht werden („-Xss8m“). Die komplette Zeile lautet dann so: 

java -enableassertions -Xmx8g -Xss8m -cp ".:${CLASSPATH}" -Djava.library.path="lib" net.sourceforge.docfetcher.Main "$@"

Beachten Sie, dass Docfetcher nur während der Indexerstellung so hohe Anforderungen hat. Für den späteren Suchalltag können Sie die Werte wieder deutlich verringern. 

Andere Betriebssysteme: Für Docfetcher unter Mac-OS ist die Konfigurationsdatei unter „Docfetcher.app/Contents/MacOS“ einschlägig, die analog angepasst werden muss. Nur beim Einsatz unter Windows ist kein manuelles Editieren notwendig: Hier gibt es im Unterordner „misc“ diverse Starter-EXE (etwa „DocFetcher-8192…exe“ für 8 GB), wobei man den passenden Starter einfach ins darüberliegende Verzeichnis kopiert und das Tool damit aufruft. 

Weitere Infos: Docfetcher für alle Betriebssysteme erhalten Sie auf https://docfetcher.sourceforge.io/ als „docfetcher-1.1.25-portable.zip“. Das Archiv kann einfach ins Home-Verzeichnis entpackt werden und das Programm wird dort unter Linux mit 

./DocFetcher-GTK3.sh

gestartet (also mit jener Startdatei, die man anpassen sollte). Voraussetzung für Docfetcher ist eine Java-Runtime, die unter Linux bei Bedarf mit 

sudo apt install default-jre

zu installieren ist.