Hardwaretipps | Tipps & Tricks | David Wolski | 1/2026 | 28. November 2025

Netzwerkstörungen durch HDMI

Langsame Netzwerkverbindungen müssen nicht immer am Router oder an der Topologie liegen. Unterschätzt wird oft der störende Einfluss von benachbarten Kabeln mit hochfrequenten Signalen und schlechter Abschirmung. Nicht zuletzt sind das HDMI-Kabel und der HDMI-Anschluss potenzielle Auslöser zeitweiliger Netzwerkprobleme.

Aufgrund der hochfrequenten Signalübertragung mit bis zu 12 GHz bei HDMI 2.1 sind unzureichend abgeschirmte HDMI-Kabel eine Quelle für elektromagnetische Interferenz. Die Auswirkung auf andere Signale können bei Netzwerk- und Bluetooth-Verbindungen zu Paketverlusten oder Verbindungsausfällen führen. Eine Messung ist mit Linux leicht erledigt: Ein Indikator für die Verbindungsqualität sind die Ping-Antwortzeiten, welche zum Beispiel die Eingabe

ping fritz.box

ermittelt. Erhöhen sich die hinter „time=“ angezeigten Werte beim Anschluss eines HDMI-Kabels zum eingeschalteten Bildschirm, dann ist das Kabel oder der HDMI-Port als Verursacher ausgemacht. In vielen Fällen hilft es, ein besser abgeschirmtes HDMI-Kabel zu verwenden. Auch hilfreich sind Ferritkerne (circa 2 bis 10 Euro) an den Enden des HDMI-Kabels, weil diese als Entstörfilter bei Frequenzen bis 2 GHz effektiv sind, also im Frequenzspektrum des Ethernet-Signals. Schwieriger ist es, Störungen bei zu nahe aneinanderliegenden Ports zu reduzieren, denn elektromagnetische Interferenzen sind dann herstellerseitig schon eingebaut. So sind auch vom Raspberry Pi 4 Störungen von dessen WLAN-Verbindung bei gleichzeitig angeschlossenen HDMI-Kabeln bekannt.

In jedem Fall Abhilfe schafft ein separater WLAN-Stick an einem der USB-Ports, dessen Antenne möglichst weiter vom störenden HDMI-Ausgang entfernt ist. Beim Kauf eines WLAN-Sticks ist der verwendete Chipsatz ausschlaggebend dafür. Es verursacht nach wie vor Kopfzerbrechen, einen vom Linux-Kernel unterstützen WLAN-Stick mit neuen Funkstandards wie Wi -Fi 6 oder 7 zu finden. Eine aktuelle Liste pflegen Linux-Anwender auf Github unter https://m6u.de/wifichips.