Wenn das System für einen Raspberry Pi perfekt eingerichtet ist, dann empfiehlt es sich, eine Sicherung der Speicherkarte oder des USB-Sticks anzulegen. Denn Experimente und das allgegenwärtige Risiko, dass unsauberes Herunterfahren des Ein-Platinen-Rechners das Dateisystem auf dem Flashdatenträger beschädigt, verlangen nach einer Backupstrategie.
Es lohnt sich, ein Image des Datenträgers als (platzsparendes) Backup zu speichern, um es bei Bedarf wieder zurückschreiben zu können. Zur Sicherung von SD-Karten oder USB-Sticks bietet sich auf Linux-Systemen der Packer Zstd (Zstandard) in der Kommandozeile an. Denn zum Ablegen als komprimiertes Image ist kein weiterer Schritt über dd nötig, das für diese Zwecke ungeeignet ist. Zum Zurückschreiben dient später das Tool pv. In Debian/Ubuntu & Co. installiert der Befehl
sudo apt install pv zstd
beide Tools, falls noch nicht vorhanden. Der Vorteil von Zstd ist, dass es mit mehreren Threads arbeiten kann, um den Kompressionsvorgang schneller abzuschließen.
Nach dem Anstecken des Sticks oder dem Einstecken der Speicherkarte macht dann in einem Terminal zuerst das Kommando lsblk deren Laufwerkskennung ausfindig, das etwa
„/dev/mmcblk0“ für die SD-Karte ausgibt. Folgender Befehl schreibt dieses Laufwerk als gepacktes Image mit dem Namen „backup.img.zst“ in das aktuelle Verzeichnis auf dem Linux-Rechner:
sudo sh -c "zstd -v -19 -T0 </dev/mmcblk0 >backup.img.zst"
Zur Erklärung der Parameter: Mit „sudo sh -c“ wird der darauffolgende Befehl mit root-Recht ausgeführt. Zstd komprimiert mit der Angabe „–19“ mit hoher Kompressionsstufe und aufgrund des Parameters „-T2“ mit zwei CPU-Threads, was mit Multikernprozessoren eine erhebliche Zeitersparnis beim Packen hergibt. Es ist beim Auslesen von SD-Karten nicht sinnvoll, mehr Threads einzuspannen, weil der Kartenleser die Daten sowieso nur in einer gewissen Geschwindigkeit liefern kann.
Danach liegt die Sicherung als Datei „backup.img.zst“ vor. Bei Bedarf kommt die Sicherung entpackt wieder zurück auf eine Speicherkarte, hier mit der Laufwerkskennung „/dev/mmcblk0“:
sudo sh -c "zstdcat -v backup.img.zst | pv >/dev/mmcblk0"
Die Verwendung des Pipe-Befehls „pv“ sorgt hierbei für einen Fortschrittsanzeige. Das Ziellaufwerk darf dabei nicht eingehängt sein.

