Hardwaretipps | Tipps & Tricks | Hermann Apfelböck | 4/2025 | 30. Mai 2025

RAM auf Raspberry Pi & Co.

Bei den allermeisten Platinenrechnern entscheidet schon der Kauf endgültig über die RAM-Kapazität, weil der verlötete Arbeitsspeicher nicht ausbaufähig ist. Viele Käufer greifen dann sicherheitshalber zu der Gerätevariante mit maximalem RAM-Angebot. Wirklich sinnvoll ist das für typische Heimserverrollen nicht.

Kleine Heimserver brauchen keine 16 GB RAM: Dieser Platinenrechner zeigt hier von verfügbaren knapp 4 GB RAM nur 343 MB als aktuell genutzt – und das ist durchaus typisch.

Der Platzhirsch Raspberry Pi 5 ist das beste Beispiel: Er wird aktuell mit 2, 4, 8 und 16 GB RAM angeboten – (ohne Netzteil, Gehäuse etc). Die Preise reichen dann von etwa 55, 70, 95 bis 140 Euro (siehe www.reichelt.de). Dieser Tipp soll keine Aufforderung zur „Geiz ist geil“-Haltung sein: Wer sich besser fühlt, wenn eine Investition so rollenflexibel wie möglich ausfällt, dann ist auch der doppelte Preis kein Ruin – zumindest auf dieser Low-Cost-Ebene. Tatsache ist aber, dass 16 GB und selbst 8 GB RAM für Heimserveraufgaben als SSH-, Samba- und Webserver völlig überdimensioniert sind. Das gilt selbst dann, wenn der Webserver etwas anspruchsvollere Anwendungen wie eine Next­cloud ausliefern muss. Auf einem SSH-verwalteten Platinenserver ohne Desktop mit solchen Aufgaben werden Htop oder free -m kaum jemals „benutzten“ Speicher von einem GB melden. Selbst mit schlanker Oberfläche – etwa für X11-Forwarding – ist ein belegtes GB RAM eher die Ausnahme. Wer nicht sehr konkrete Szenarien plant, die 8 und 16 GB RAM rechtfertigen, ist mit einer 4-GB-Variante gut beraten. Dies ist übrigens bereits eine Speicherausstattung, die bei NAS-Geräten (mit ähnlichen Aufgaben) nur hochpreisige Varianten aufweisen.