Hardwaretipps | Tipps & Tricks | Hermann Apfelböck | 4/2025 | 30. Mai 2025

USB-Sticks für Linux-Systeme

Wenn USB-Sticks für Linux-Systeme genutzt werden, ist die Leistung viel wichtiger als bei einem reinen Datenstick. Wer etliche Sticks auf seinem Schreibtisch liegen hat, sollte für ein Live- und Installationsmedium oder gar für eine ordentliche Installation auf USB-Stick nicht einfach zum erstbesten greifen. Es lohnt sich auf jeden Fall, den schnellsten zu ermitteln.

F3-Toolsammlung für USB-Leistungstests: f3read und f3write können aushelfen, wenn kein Gnome-Disks verfügbar ist.

Desktopdistributionen mit Gnome oder Gnome-affinen Desktops (die meisten außer KDE und LXQT) können den Datendurchsatz von USB-Medien mit dem grafischen Gnome-Disks ermitteln. Der KDE-Partitionmanager hat keine vergleichbare Funktion. Gnome-Disks („Laufwerke“) bietet im (Drei-Punkte-) Menü die Option „Leistungstest für Laufwerk“. Nach „Leistungstest starten“ ist noch ein Konfigurationsdialog eingeschoben, wo die Option „Schreib-Leistungstest ausführen“ angeklickt werden sollten. Denn ohne diese Einstellung analysiert Gnome-Disks nur die Leseleistung. 

Ohne Gnome-Disks ist es gar nicht so einfach, die Datenträgerleistung im Terminal zu messen. In den meisten Fällen sollte dieser Befehl 

sudo hdparm -t /dev/sd[x]

ausreichen. Den Stellvertreter „x“ ersetzen Sie durch die Laufwerkskennung des USB-Sticks, beispielsweise „/dev/sdc“. Hdparm misst aber nur die Lesegeschwindigkeit. 

Die Lesegeschwindigkeit ist insbesondere für Livesysteme sicher das wichtigste Kriterium, wer aber auch die Schreibgeschwindigkeit messen will, kommt um ein zweites Terminalprogramm nicht herum. Der unkomplizierte Kandidat dafür ist die kleine Toolsammlung „F3“, die mit 

sudo apt install f3

unter Debian/Ubuntu schnell nachinstalliert ist und mit den Tools f3read und f3write die Lese- und Schreibleistung ermittelt – hier für ein unter
„/media“ eingehängtes USB-Laufwerk:

f3write /media/sepp/stick64

f3read /media/sepp/stick64

Wer die Aktion abkürzen will, schreibt oder liest nur eine einzige Testdatei:

f3write -e 1 /media/sepp/stick64

Als allgemeine Faustregel gilt: USB-Sticks mit großer Speicherkapazität sind schneller als kleinere. Wo Geschwindigkeit wichtig ist, sollte man nicht unter 64 GB beginnen. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben die USB-Sticks Sandisk Extreme/Ultraline, Transcend Jetflash, Intenso Ultraline oder Corsair Flash Voyager.