Distributionen | Grundlagen | David Wolski | 3/2025 | 28. März 2025

Peppermint-OS (Installer)

Peppermint-OS hat den Unterbau gegen Debian 12 ausgetauscht und damit die Installationsmöglichkeiten erweitert. Auf Heft-DVD liegt es nicht als Livesystem vor, sondern als Installer, der eine grandiose Auswahl an Desktops anbietet.

Peppermint nach dem Namenswechsel: Eigentlich handelt es sich um Peppermint 10, doch die Entwickler verzichten mittlerweile auf eine Versionsnummer.

Peppermint-OS hat den Unterbau gegen Debian 12 ausgetauscht und damit die Installationsmöglichkeiten erweitert. Auf Heft-DVD liegt es nicht als Livesystem vor, sondern als Installer, der eine grandiose Auswahl an Desktops anbietet.

Der Peppermint-Installer basiert auf dem Netzwerk-Installer von Debian 12, bietet allerdings einige Installationsoptionen mehr. Peppermint-OS kann in dieser Darreichungsform nämlich etliche Arbeitsumgebungen mehr anbieten. Ursprünglich setzte die stets schlank gehaltene Linux-Distribution auf einen erweiterten, aber schlichten LXDE-Desktop, der über die Jahre mit XFCE-Komponenten erweitert wurde. Mittlerweile war der Desktop bei einem kompletten XFCE 4.18 angekommen, ergänzt durch eigene, vornehmlich in Python programmierte Tools zur Einrichtung. Und jetzt gibt es noch deutlich mehr Desktops – nämlich alle, die in den Quellen von Debian 12 zur Verfügung stehen. Der einfach gehaltene, bootfähige Installer bietet diese im letzten Installationsschritt an: Neben dem angestammten XFCE von Peppermint-OS gibt es KDE Plasma 5, Gnome 43, Mate, Cinnamon, Budgie, LXDE und LXQT. Dabei werden die meisten Arbeitsumgebungen an Farben im Stil von Peppermint-OS angepasst und auch die Zusatzprogramme werden mitinstalliert. Es ist auch möglich, von vornherein mehrere Desktops auszuwählen, die nach erfolgter Installation am Anmeldebildschirm zur Verfügung stehen.

Der Installer bietet diese stattliche Liste an. Auch die Auswahl mehrerer Arbeitsumgebungen ist möglich.

Paketmanager und Web-Apps

Nach der Einrichtung begrüßt auf dem Desktop erst mal ein (englischsprachiger) Willkommensbildschirm für die ersten Schritte. Dort gibt es über die Schaltfläche „Suggested“ eine Vorgabeliste, um weitere Anwendungen mit wenigen Klicks aus dem Stable-Zweig Debians zu holen. Es gibt dort auch die Möglichkeit, das System für Flatpaks und Snaps zu öffnen, indem die entsprechenden Runtimes installiert werden. Als grafischer Paketmanager steht das bekannte Synaptic bereit, und ein grafischer Updatemanager aktualisiert das System situativ oder zu einstellbaren Zeiten im Hintergrund. Auch für Einsteiger-Linux macht das System deshalb eine gute Figur, wobei aber einige Tools und das Livesystem jedoch nur in Englisch vorliegen.

Traditionell hat Peppermint einen Schwerpunkt auf Anwendungen, die im Browser laufen. Diese sollen sich hier, ähnlich wie Electron-Apps, nahtlos zwischen lokale Anwendungen einfügen und Browserelemente ausblenden. Während die ersten Ausgaben der Distribution dazu noch Mozilla Prism nutzten und vorgefertigte Links zu Google Docs, Pixlr und anderen Cloud-Apps lieferten, gibt Peppermint-OS keine Webanwendungen mehr vor. Es gibt aber im Menüpunkt „Internet –› Ice“ den bekannten Baukasten, der aus Internet-URLs Programmverknüpfungen im Anwendungsmenü erstellt. Damit dies funktioniert, muss Chrome oder Chromium installiert sein sowie das Paket „ice“ aus den Standard-Repositorys. Nach dem Aufruf kommt die gewünschte Bezeichnung in das Feld „Name…“ und darunter die URL. Per Klickbox kann die so eingerichtete Web-App optional isoliert und ohne Browsernavigationselemente angezeigt werden.

Mehr Infos zu Peppermint-OS

Website: http://peppermintos.com

Dokumentation: https://peppermintos.com/guide/downloading