Der Soundserver Pipewire hat in allen tonangebenden Desktopdistributionen Pulseaudio ersetzt und kann auch an die Stelle von Jack treten. Jack ist ein optionales Audiosubsystem mit niedrigen Latenzen, um Signale über den Linux-Kernel in der professionellen Musikproduktion zu verarbeiten. Pipewire kann diese Nische ebenfalls bedienen, liefert aber auch für normale Desktopanwender detaillierte Einstellungen, um Audiostreams von Quellen mit Ausgabegeräten zu verbinden.
Eine Audioausgabe über den Smart-TV, eine zweite über eine Bluetooth-Box und die Systemklänge auf den internen Lautsprechern – mit Pipewire ist das möglich und sogar vorgesehen. Für Desktopumgebungen mit ihren einfachen Mixer-Applets ist solch detailliertes Audiorouting aber zu kompliziert. Dafür gibt es spezialisierte Tools, die etwas Einarbeitung voraussetzen, bis alle Töne aus den richtigen Ausgabegeräten kommen. Ein junges Tool ist Sonusmix (https://codeberg.org/sonusmix/sonusmix) – ein grafisches Mixer- und Patchbay-Werkzeug, das in Rust geschrieben ist und als Appimage und Flatpak vorliegt. Auf Linux-Distributionen mit Flatpak-Runtime installiert das Terminalkommando
flatpak install https://flatpak.sonusmix.org/Sonusmix.flatpakref
das Programm. Das Appimage steht auf https://codeberg.org/sonusmix/sonusmix/releases zum Download bereit, wird in der Kommandozeile mit
chmod +x [Dateiname].AppImage
ausführbar gemacht und mit
./[Dateiname].AppImage
gestartet. Das Programm ändert zunächst nichts an der aktuellen Audiokonfiguration. Das Programmfenster ist in die Bereiche „Sources“ (Quellen), „Sinks“ (Ausgaben und Geräte) sowie „Groups/Virtual Devices“ unterteilt. Um die Verbindung von einer Quelle zu einem Ausgabegerät zu schaffen, erstellt ein Klick auf das Plus-Symbol bei „Sources“ ein neues Element und im folgenden Dialog bietet Sonusmix unter „Add Sources“ die aktiven Audioquellen an. Die Ausgaben warten ebenfalls noch auf ein Hinzufügen über das Plus-Symbol in diesem Abschnitt.
Der untere Teil erlaubt die optionale Zusammenfassung von Quellen oder von Ausgabegeräten in Gruppen. Um beispielsweise eine hinzugefügte Quelle („Sources“) mit einem „Sink“ zu verbinden, genügt ein Klick auf „Connections“ neben dem Namen eines Ausgabegeräts und die Auswahl des gewünschten Streams, um diesen dort auszugeben.
Angenehm ist die Möglichkeit, die Lautstärke jedes Elements oder von Gruppen einzeln zu steuern. Den aktuellen Stand kann Sonusmix über einen Klick auf das Einstellungssymbol im Fenstertitel und „Save state“ abspeichern, um diese Einstellung beim nächsten Start wiederherzustellen. Bei vielen Quellen und Audiogeräten kann es passieren, dass die Audiostreams mal nicht mehr wie gewünscht ankommen. Ist eine Konfiguration zu unübersichtlich geworden, so hilft in Sonusmix im Fenster der Einstellung die Schaltfläche „Clear settings“.

