Es verhalten sich nicht alle älteren Modelle des AMD Ryzen stabil unter Linux. Bei geringer Auslastung kann es passieren, dass sich Prozessorkerne in einen Stromsparzustand schalten und damit das gesamte System einfrieren.
Die Ursachen und Lösungen werden seit gut sieben Jahren im Bugtracker Ubuntus diskutiert (https://bugs.launchpad.net/ubuntu/+source/linux/+bug /1690085). Während einige Anwender einfach mit einer neuen Kernel-Ausgabe Glück hatten, berichten andere von anhaltenden Problemen mit den Schlafzuständen der CPU. Ein Kernel-Schalter, der nun vielen Betroffenen weiterhalf, modifiziert das Verhalten des Kernels bei der Aufteilung von Prozessen und deren Daten auf mehrere Prozessorkerne. Um den Schalter anzuwenden, gibt man erst im Terminal das Kommando
echo rcu_nocbs=
0-$(($(nproc)-1))
ein. Dessen Ausgabe liefert den benötigten Kernel-Parameter für die vorliegende Hardware. Um den Parameter dauerhaft zu setzen, ist eine Bearbeitung der Konfigurationsdatei „/etc/default/grub“ gefragt. Dies muss mit root-Recht erfolgen (Beispiel):
sudo -H gedit /etc/gefault/grub
Der ermittelte Parameter kommt in die Zeile „GRUB_CMDLINE_LINUX=“ und wird dort nach einem Leerzeichen an die vorhandenen Schalter angehängt. Nach dem Speichern der Konfigurationsdatei verlangt dann noch Grub eine Aktualisierung mit
sudo update-grub
in Debian, Ubuntu und Linux Mint. Unter Fedora und Open Suse lautet der Befehl dazu
sudo grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg
und Manjaro/Arch Linux verlangen
sudo grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg
zur Aktualisierung von Grub.

